Grußadresse aus Israel zum Ostermarsch in Frankfurt
Aida Touma-Sliman ist Mitglied der Kommunistischen Partei Israels (Maki) und sitzt seit 2015 für das Linksbündnis Chadash in der Knesset
Genossinnen und Genossen,
aus Israel sende ich euch diese Botschaft im Namen aller Friedensliebenden. Ich zolle euch meinen Respekt für eure Entschlossenheit, eine Zukunft abzulehnen, die von endloser Militarisierung, Angst und Kriegen geprägt ist.
Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere Erfahrungen hier in Israel das beste Beispiel dafür sind, dass Kriege und der Wettlauf um Militarisierung uns niemals Frieden oder Sicherheit bringen werden.
Ich sende euch meine Grüße, während wir einem schrecklichen regionalen Krieg mit weltweiten Auswirkungen gegenüberstehen, der von der israelischen Regierung unter Netanjahu und der amerikanischen Regierung unter Trump aggressiv entfacht wurde.
Der Krieg gegen den Libanon und den Iran ist eine Fortsetzung des Krieges im Gazastreifen und im Westjordanland. Es ist ein Krieg, der gegen das Völkerrecht verstößt und vor allem Menschenleben kostet – das Leben ganz normaler Menschen in der gesamten Region, im Libanon, im Iran und auch in Israel. Es ist immer dasselbe: Familien werden vertrieben, Kinder wachsen unter dem Lärm der Bomben auf, Gemeinschaften werden auseinandergerissen. Die Menschen zahlen den Preis, nicht diejenigen, die die Entscheidungen treffen.
Wir stehen an eurer Seite und weigern uns, Geiseln der Militarisierung großer Konzerne oder imperialistischer Politik zu sein.
Jede Rakete, die heute abgefeuert wird, sät den Keim für den nächsten Krieg von morgen. Das ist keine Verteidigung – es ist ein gefährlicher Weg, der nirgendwohin führt außer zu noch mehr Leid.
Wir müssen auch ehrlich sein: Maßnahmen, die im Namen der Macht ergriffen werden, dürfen das Völkerrecht nicht außer Kraft setzen. Wenn Staaten außerhalb dieser Gesetze handeln, wenn Gewalt die Diplomatie ersetzt, wird das globale System geschwächt, das uns alle schützen soll. Es darf nicht sein, dass für die einen andere Regeln gelten als für die anderen.
Aber wir sind nicht machtlos. Unsere Stimmen zählen. Die Geschichte hat gezeigt, dass Menschen, wenn sie sich zusammenschließen, dem Krieg die Stirn bieten und einen anderen Weg fordern können. Genau das tun wir derzeit: Wir kämpfen und demonstrieren jeden Tag und überall gegen den Krieg. Wir sind hier, um auf Diplomatie, Dialog und Gerechtigkeit zu bestehen – nicht auf Bomben, nicht auf Eskalation.
Lassen uns eines klarstellen: Wir lehnen Krieg ab. Wir lehnen Militarisierung ab. Und wir werden weiterhin gemeinsam Stellung beziehen, unsere Stimme erheben und handeln – bis Frieden kein Traum mehr ist, sondern Realität.
Vielen Dank.
